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Disbelief
DISBELIEF wird selbst in den einschlägigen Magazinen als die deutsche Death Metal-Hoffnung gehandelt. Da DISBELIEF hier im Rhein-Main-Gebiet ansässig sind, liegt es nahe, die Band einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Interview war ursprünglich als gemütliches Gespräch mit Kai (dr), Karsten (voc) und meiner Wenigkeit geplant. Daß dann noch Olly (g) und Joe (bs) zufällig dazustießen, machte das Ganze noch interessanter. Die jüngsten Ereignisse um die Band geben Anlaß zur ersten Frage, die natürlich so originell ist wie ein Blues in A-Moll und 6/8-Takt. 


? Die Debüt-CD ist jetzt etwa ein halbes Jahr alt, und gerade habt ihr eine relativ ausgedehnte Europa-Tournee hinter euch, wo ihr - mit SIX FEET UNDER als Headliner - knapp 20 Auftritte hattet. Wie läuft das "Produkt" DISBELIEF derzeit an, wirtschaftlich gesehen, aber auch in Sachen Popularität?
Karsten: Die CD ist im Mai erschienen und anfangs recht gut angelaufen, obwohl eigentlich kaum Werbeanzeigen geschaltet wurden. Dazu kamen gute Kritiken und auch Interviews in Magazinen wie Rock Hard und Metal Hammer.
Kai: Die Tournee tat natürlich ihr übriges in Sachen Promotion; man ist präsent und sammelt Erfahrungen auf und außerhalb der Bühne - nicht zu vergessen den Spaßfaktor!
Olly: Finanziell muß man nach der Tournee Abstriche machen. Als die CD anlief, waren die Kosten schnell gedeckt. Das sieht jetzt nach der Tournee anders aus.
Karsten: Hinzu kam, daß wir - bedingt durch einen Wechsel von Intercord zu Eastwest - eine Zeitlang ohne Vertrieb dastanden, und die CD dadurch eine Weile nicht präsent war.

? Wie seht ihr denn eure Zukunft, gerade in puncto Finanzlage?
Kai: Wenn man bedenkt, daß DISBELIEF vor nicht allzulanger Zeit noch eine kleine Demoband war, so sind wir doch jetzt schon ein schönes Stück weiter gekommen. Vom Traumjob "Musiker" oder gar vom großen Geld sind wir natürlich noch weit entfernt, aber wir haben eine CD, die fast überall erhältlich ist, und das war für uns schon ein Riesenschritt.
Karsten: Ich glaube, wir bewegen uns in kleinen Schritten, Stück für Stück, kommen so aber den großen Zielen immer näher.

? Wo seid ihr im einzelnen musikalisch anzusiedeln? Was hört ihr privat, und was davon fließt in eure Musik ein?
Kai: Ich persönlich höre die volle Bandbreite, wobei meine Aktivitäten tendenziell aber immer in die Thrash-Richtung gingen.
Joe: Wir hören eigentlich die unterschiedlichsten Sachen, machen dabei z.B. auch vor Klassik nicht halt. Viele Einflüsse gingen in die Musik der neuen CD ein, die ich als harten Rock bezeichnen würde. Die Songs im einzelnen sowie die Scheibe in ihrer Gesamtheit werden voll sein von Höhen und Tiefen.

? Das klingt nach einem Konzept! Auch textlich?
Joe: Musikalisch auf jeden Fall, wahrscheinlich auch textlich.

? Karsten, ich weiß, daß du auch TEARS FOR FEARS in deinem Regal stehen hast. Fließt so etwas auch ein?
Karsten: Wir sind jedenfalls für alles offen.

? Das klingt, als würde die nächste CD softer?
Kai: Sagen wir mal hinterfotziger. Beispielsweise ein Stück, das harmlos anfängt, schließlich aber doch noch zur Sache geht oder sogar an die Psyche geht. Die Musik bewegt sich etwas weg vom Thrash und geht vielleicht eher Richtung Psychedelic.
Karsten: Die Musik wird dabei viel von Keyboards unterstützt, vielleicht bringen wir sogar ein Digeridoo ein.

? Eure Debüt-CD schlug vor allem vom Layout her voll in die Death-Ecke. Findet ihr nicht, daß sowohl das Cover als auch eure Portraitfotos voll dem Klischee entsprechen, das diese Sparte begleitet?
Kai: Ich glaube nicht, daß das Cover Klischees enthält, und selbst wenn - fuck you (lacht). Nein, im Ernst, ich finde, das Cover zeigt Identität und bestärkt die Erwartungshaltung, die man an so eine Scheibe hat.
Karsten: Obwohl das Cover nicht direkt auf unserem Mist gewachsen ist, können wir uns gut damit identifizieren. Ich persönlich gewinne dem Bild auch eine gewisse Ästhetik ab.
Joe: Der Künstler wollte mit dem Bild die Charaktere darstellen, die auch unsere Musik ausmachen, beispielsweise die Gegensätze, Blumen kontra Fratze.
Karsten: Mit den Fotos wollten wir schon auch auffallen, aber die ganze Aktion war natürlich auch ein Riesenspaß.

? Wenn wir schon bei Inhalten sind, beschreibe doch mal deine Texte, sofern das in der Kürze möglich ist?
Karsten: Im Prinzip inspirieren mich meine eigenen Gefühle und Emotionen, die sich in den Texten widerspiegeln. Dabei kommt es mir nicht auf eine direkte Aussage an, sondern jeder sollte die Texte frei für sich selbst interpretieren.

? Was sind die nächsten Schritte? Was gibt es zur neuen CD zu sagen?
Karsten: Sie wird Infected heißen, was auch ein Songtitel sein wird. Die Songs für die CD stehen schon fest, natürlich muß noch Feinarbeit geleistet werden. Und auch in Sachen Livepräsenz werden wir nicht unaktiv bleiben.
Jörg Friedrich (01.02.1998)
Weiteres zu Disbelief:

- Disbelief (CD-Check)