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Crimson Glory - Crimson Glory & Transcendence

Kennt Ihr schon das progressiv-magische Fünfeck? Nein? Kein Wunder, diese Bezeichnung hat`s offiziell auch nie gegeben, sondern ist mir gerade eben erst eingefallen, aber dieser Begriff bringt das führende Fünfgestirn des Progressive Metals in den späten Achtziger/frühen Neunziger Jahren perfekt auf den Punkt. Zusammen mit FATES WARNING, DREAM THEATER, QUEENSRYCHE und PSYCHOTIC WALTZ komplettierte eine Band dieses Quintett, die mit ihren ersten beiden Platten Metal-Geschichte schrieb: CRIMSON GLORY! Ähnlich wie bei den alten FATES WARNING dominierten Spannung und die extravaganten Vocal-Lines von Midnight die Songs, die perfekt von den anderen Musikern in Szene gesetzt wurden. Das war`s dann aber auch schon mit dem Vergleich, denn stilistisch unterschieden sich CRIMSON GLORY von allen anderen Bands total. Musikalisch sehr eingängig gehalten waren es vielmehr die eposalen Spannungsbögen, die den Hörer durchgehend fesselten und da sich die meisten Stücke auch hinsichtlich des Tempos voneinander unterscheiden, war die abwechslungsreiche Stimmung kontinuierlich vorhanden, wobei CRIMSON GLORY dem Hörer immer wieder Zeit ließ, die aufgebaute Spannung in einigen Passagen abzubauen, bis die nächste Gänsehautattacke losgelassen wurde. Richtige Uptempo-Abgeh-Nummern sind sowohl auf Crimson Glory als auch auf Transcendence absolute Mangelware. Als Beispiele bieten sich lediglich Red Sharks und Dragon Lady an, die allerdings nicht zu den stärksten Nummern der Band zählen (obwohl sie natürlich trotzdem verdammt stark sind). Die eigentlichen Stärken bei CRIMSON GLORY sind vielmehr die getragenen, stimmungsvollen Stücke wie In Dark Places, Where Dragon`s Rule, Burning Bridges oder Valhalla. Hier sorgt vor allem Midnight immer wieder mit seiner atemberaubenden Intonierung dafür, daß einem vor lauter Spannung die Haare auf den Armen zu Berge stehen - Sensationell! Was gibt es sonst noch großartig hinzuzufügen? Eigentlich ist alles gesagt, außer, daß man auf beiden Platten im Prinzip keinen einzigen schwächeren Song findet, was ziemlich ungewöhnlich ist ... lediglich Lonely ist gar zu bittersüß ausgefallen, aber solange solche Hämmer wie Painted Skies, Where Dragon`s Rule etc. für einen Ausgleich sorgen, sollte das nun wirklich kein Problem darstellen. Fazit: diese beiden Platten haben zu Recht einen absoluten Kultstatus inne und sollten in jeder qualitätsbewußten Plattensammlung zu finden sein.
15 Punkte - Wolfgang Volk (21.01.2001)