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Spock's Beard
Konzeptalbum "Snow"
Eine neue SPOCK'S BEARD CD steht in den Startlöchern, und mit dieser Scheibe ist Bandleader Neal Morse über seinen Schatten gesprungen, denn bei hierbei handelt es sich um ein Konzeptalbum, was der Meister des progressiven Rock bisher eigentlich immer von sich gewiesen hat. "Das stimmt ... bislang habe ich mich immer mit Händen und Füßen gegen die Idee eines Konzeptalbums gewehrt", gesteht er. "Es ist so verdammt schwierig, Text und Musik aufeinander abzustimmen, so viel problematischer, wirklich eine Einheit dieser beiden Welten zu kreieren. Doch in diesem einen ganz speziellen Fall hatte ich das Gefühl, dass wir für unsere neuen Songs eine durchgehende Story und genügend Zeit benötigen, um etwas wirklich Besonderes zu erschaffen." Morse spricht vom neuen SPOCK'S BEARD-Doppelalbum Snow, ein Monumentalwerk, das sich über 26 Songs und ca. zwei Stunden Spielzeit erstreckt. Für oberflächliche Musikkonsumenten (die berühmt-berüchtigte "Breite Masse"), die tonales Fast Food bevorzugen, ist Snow sicherlich nicht das richtige Programm. Für Fans von leidenschaftlich gespieltem und abwechslungsreich arrangiertem bzw. orchestriertem Prog Rock öffnet sich mit diesem Album aber eine Welt, in die sich eintauchen und für nahezu 120 Minuten all die Qual einer zunehmend eindimensionaler werdenden Musiklandschaft vergessen lässt. Kein Wunder also, dass sich Schlagzeug-Legende Mike Portnoy (DREAM THEATER) enthusiastisch über Snow äußert: "Ich glaube, dass sich die siebenjährige Karriere von SPOCK'S BEARD kontinuierlich zu diesem Album hin entwickelt hat. Snow ist ein beispielhaftes Konzeptalbum in der Tradition von THE WHOs Tommy oder GENESIS` The Lamb Lies Down On Broadway und hat es verdient, im Geschichtsbuch des Rock in einem Atemzug mit diesen Klassikern genannt zu werden." 

Auf Snow erzählen SPOCK'S BEARD die (fiktive) Geschichte eines jungen Mannes, der von der Natur die Gabe bekommen hat, andere Menschen zu heilen. "Er besitzt eine ganz außergewöhnliche, fast spirituelle Fähigkeit und muss mühsam lernen, damit umzugehen. Dabei bereitet ihm sein eigenes Ego die größten Schwierigkeiten, so dass er am Ende sich selbst heilen muss", erklärt Morse und fügt hinzu. "Mehr jedoch wird nicht verraten. Es gibt so viele spannende Dinge auf dem Album zu entdecken, der Hörer soll sich selbst die Mühe machen, sie alle zu erforschen." Auslöser für diese ganz außergewöhnliche Geschichte ist Morse` eigene Hinwendung zum Christentum und zu einer spirituelleren Gefühlswelt. "Ich selbst habe mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit all diesen Dingen beschäftigt und war auf der Suche nach einem Vehikel, um meine Gedanken auszudrücken. Mit Snow habe ich eine solche Möglichkeit gefunden."

Komponiert und arrangiert haben SPOCK'S BEARD die Songs des Albums über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren an ganz unterschiedlichen Orten der Erde. Das feine Carie beispielsweise entstand im Tourbus der Band, der Opener und krönende Abschluss Made Alive an einem dämmernden Morgen in Albuquerque im US Bundesstaat New Mexico. "Es war ziemlich genau in jenen Tagen, als in New York dieser fürchterliche Anschlag aufs World Trade Center verübt wurde", erinnert sich Morse. "Ich fuhr mit dem Auto von Los Angeles nach Nashville und hatte viel Zeit, mir Gedanken zu machen. Dabei ist so manche Grundidee entstanden." Stilistisch geht Snow noch mehr als die bisherigen Alben der Band in die Extreme. "Wenn es rockt, dann rockt es mehr als früher. Wenn es soft wird, dann noch softer als bisher. Und wenn wir uns entschieden, kompliziert zu spielen, dann wurde es so kompliziert wie niemals zuvor." Dass Snow dennoch wie aus einem Guss klingt, liegt wohl an der unvergleichlichen Gabe der Gruppe, niemals den roten Faden einer Idee oder eines Hooks aus den Augen zu verlieren.

Entstanden sind die Aufnahmen zu Snow wie schon die vom Vorgänger V im 'Lawnmower and Garden Supply`-Studio in Pasadena, Kalifornien, mit Engineer Rich Mouser an den Reglern und assistiert von Schlagzeuger Nick D'Virgilio. Abgerundet wird die Progrock-Scheibe durch ein stimmiges Booklet, in dem die unterschiedlichen Passagen der Story visuell umgesetzt werden. "Ich muss unserem Graphiker Thomas Ewerhard ein riesiges Kompliment machen", lobt Morse. "Ich schickte ihm ein ziemlich verrücktes e-Mail, um ihm die Grundideen der einzelnen Songs zu erklären. Thomas machte einen solch fabelhaften Job, das Booklet ist die absolute Wucht!"

Den aufwendigen Vorlagen entsprechend gestalten sich nun auch die unterschiedlichen Veröffentlichungsformen des Albums: Neben einer regulären Doppel-CD als Digibook wird es Snow ebenso als streng limitierte 3er Box geben, bei der neben dem normalen Album eine zusätzliche CD mit Bonustracks zu finden sein wird. Was genau man auf dieser Extrascheibe zu hören bekommt, will Morse aber noch nicht preisgeben. "Wir haben noch eine Menge Material in der Hinterhand, Acoustic Versionen, unveröffentlichte Outtakes und einige Coversongs."

Historie:

Entstanden sind SPOCK'S BEARD im Frühjahr 1992. Die fünf Bandmitglieder verfügen allesamt über eine langjährige Erfahrung als Studio- und Sessionmusiker, arbeiteten u.a. mit Aretha Franklin, Natalie Cole, Steve Lukather und Jeff Porcaro (beide TOTO) oder auch TEARS FOR FEARS. Schlagzeuger Nick D`Virgilio spielte für Peter Gabriel und war ebenfalls am GENESIS-Album Calling All Stations beteiligt. Organist Ryo Okumoto arbeitete u.a. für Phil Collins, Eric Clapton und Robbie Robertson (THE BAND). Bassist Dave Meros gehört zur Band von Eric Burdon (Ex-THE ANIMALS) und spielte, bevor er zu SPOCK'S BEARD stieß, mit TOTO-Sänger Bobby Kimball. Multiinstrumentalist Neal Morse (er gehört gemeinsam mit Mike Portnoy, Roine Stolt von den FLOWER KINGS und MARILLIONs Pete Trewavas zum festen Stamm des außerordentlich erfolgreichen Projekts TRANSATLANTIC) gibt der Formation Ideen und Stimme. Komplettiert wird die Besetzung durch seinen Bruder, Gitarrist und Cellist Alan Morse. 1994 präsentierten die Kalifornier ihre Debüt-Album The Light. Medien und Prog Rock Fans waren begeistert, unzählige Magazine äußerten sich lobend über die riesigen Talente dieser Band. Im März 1997 folgte das Zweitwerk Beware Of Darkness, auf dessen Grundlage SPOCK`S BEARD von der 'European Classic Rock Society` zur besten neuen Band gekürte wurde. Knapp ein Jahr später folgte mit Kindness Of Strangers eine Veröffentlichung, mit der SPOCK'S BEARD auf Europatournee gingen und dabei unter Beweis stellten, dass ihr abwechslungsreicher Progressive Rock nicht nur im Studio sondern auch auf der Bühne eine ganz spezielle Ausstrahlung besitzt. Im Herbst 1998 sorgte das in Europa veröffentlichte Livealbum The Beard Is Out There für weitere Lobeshymnen. Mit ihrem vierten Album Day For Night etablierte sich die Band in der Riege der Prog-Eliteformationen. Selbst Heavy Fans konnten sich dem Charisma der Gruppe nicht entziehen - im deutschen Metalmagazin Rock Hard wurde Day For Night (als zweites SPOCK'S BEARD Werk nach Kindness Of Strangers) sogar zum Album des Monats gekürt. Es folgte eine aufsehenerregende Europatournee mit DREAM THEATER, sowie - als Zeichen besonderer Wertschätzung der Medien - ein Mitschnitt der Show in der Kölner 'Live Music Hall` vom WDR 'Rockpalast`. Mit ihrem fünften Studio-Longplayer V startete die Band dann im Jahre 2000 auf eine neuerliche Zeitreise, auf einen außerordentlich erfolgreichen Trip durch unterschiedliche Dekaden und Stilrichtungen: Das Album schaffte es bis auf Platz 37 der deutschen Albumcharts. Ein Klassiker, schon heute, ebenso wie Snow, das neueste Epos aus den Händen dieser unglaublich vielseitigen und technisch perfekten Band.

Line-Up:

Neal Morse (v., keyb., g.)
Alan Morse (g., v.)
Dave Meros (b.)
Ryo Okumoto (org.)
Nick D'Virgilio (dr.)

Discographie:

The Light (1994)
Beware Of Darkness (1997)
The Kindness Of Strangers (1998)
The Beard Is Out There - Live (1998)
Day For Night (1999)
Don'T Try This At Home - Live (2000)
V (2000)
Neu: Snow (2002)
Wolfgang Volk (03.08.2002)
Weiteres zu Spock's Beard:

- Beware Of Darkness (CD-Check)

- Feel Euphoria (CD-Check)

- Octane (CD-Check)

- Snow (CD-Check)

- The Light (CD-Check)

- ... jung und frisch und voller Dynamik ... (Interview)